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Kinder mehrsprachig erziehen – die Vor- und Nachteile

Mehrsprachigkeit in der Schule (© Jupiterimages/Pixland/Thinkstock)

Mittlerweile ist es keine Seltenheit mehr, dass im privaten Umfeld von Kleinkindern zwei oder gar noch mehr verschiedene Sprachen gesprochen werden. Viele Eltern sind jedoch unsicher: Sollen sie ihre Kinder dann auch mehrsprachig erziehen oder …

Erziehung von A-Z - Was sollten Sie wissen?

Die richtige Erziehung von Kindern – Ansätze, Konzepte, Ansichten, Meinungen heute.

Ein Kind wird geboren, versorgt, geschützt und geliebt. Fast alle Eltern wollen das Bestmögliche für Ihr Kind. Sie machen sich Gedanken darum, wie sie mit ihrem Kind umgehen sollen, informieren sich und handeln dann nach ihrem Gefühl und ihren Erfahrungen. Jedes Elternpaar bringt sein Erziehungskonzept schon mit, denn damit sind die Ansichten, Ziele und Norm- sowie Wertvorstellungen gemeint, die die Grundlage für das elterliche Handeln bilden. Dann kommt fast unweigerlich der Tag, an dem die bisherige Erziehung nicht mehr zu funktionieren scheint. Die Fragen nach der richtigen Erziehung und dem passenden Umgang mit dem aktuellen Konflikt stehen im Raum. Und wieder suchen die Eltern nach Orientierung, weil sie „richtig“ erziehen wollen.

Was bedeutet Erziehung überhaupt?

Laut Duden bedeutet Erziehung: „Jemandes Geist und Charakter zu bilden und seine Entwicklung zu fördern“. Eine weitere Definition in freier Formulierung ist folgende: „Erziehung ist eine zielgerichtete Aktivität und Einflussnahme eines Erziehers auf einen zu Erziehenden, meist ein Kind, mit dem Ziel, als wertvoll angesehene und beurteilte Anlagen, Eigenschaften und Verhaltensweisen zu erhalten, zu fördern und zu verbessern und das Verhalten eines zu Erziehenden in eine gewünschte Richtung zu lenken sowie dem zu Erziehenden Lerninhalte nahezubringen.

Erziehung ist also zielgerichtet. Jemand (die Eltern, die Gesellschaft, die Religion usw.) bestimmt, welche Anlagen des Kindes gut, richtig, wertvoll, förderungswürdig und so weiter sind und legt fest, in welche Richtung das Kind sich idealerweise entwickeln soll. Eltern beeinflussen durch Erziehung das Denken, Fühlen und Handeln ihrer Kinder in die Richtung, die sie für erstrebenswert halten.

Wer sich weiter informieren möchte, findet hier einen ausführlichen Text zum Thema Erziehung:

Was sollte Erziehung nicht beinhalten?

Gewalt, Demütigung, Beschuldigungen und negative Zuweisungen, Beschämung und Liebesentzug. Erziehung ist auch für die Eltern mit vielen Lernprozessen verbunden und gelingt nicht immer optimal. Es gibt bei den Eltern und anderen Bezugspersonen des Kindes Gefühle und Erfahrungen, die es diesen schwer machen, angemessen und zum Wohle des Kindes zu erziehen. Aber Eltern sollten sich bewusst machen, dass oben genannte Verhaltensweisen sich nicht zur Erziehung eignen, sondern das Kind negativ verformen, verbiegen, belasten und krankmachen können.

Welche Ziele sollen durch Erziehung erreicht werden?

Da gibt es individuelle Elternantworten, die besagen, dass das Kind zum Beispiel seine Talente entwickeln soll, es besser haben soll, in seinem Umfeld und der Gesellschaft Erfolg erfahren soll, respektvoll, liebenswert, ausreichend angepasst, ein nützliches Mitglied der Gemeinschaft, ein Mensch mit demokratischer Einstellung, gehorsam, lieb, brav, spontan oder individuell orientiert, geistig seelisch entwickelt, selbstbewusst, glücklich, verantwortungsbewusst, lebenstüchtig und vieles andere mehr sein soll. Und da gibt es gesellschaftliche oder religiöse Antworten. Welche Ziele erreicht werden sollen, hängt von den Wert- und Normvorstellungen sowie den Erfahrungen der Eltern und den Vorstellungen und Gesetzen des Umfeldes und der Gesellschaft, in der die Eltern mit ihrem Kind leben, ab.

YOUTUBE: Selbstwertgefühl stärken (www.youtube.com/watch?v=gn_P2TjYb-k)

Die eindeutig „richtige“ Erziehung gibt es nicht, denn für jeden Menschen und für jede Gesellschaft ist etwas anderes richtig. Es spielen da so viele Elemente hinein, dass sich Eltern letzten Endes ihren Weg nach bestem Wissen und Gewissen suchen müssen.

Aber Eltern können sich fragen:
  • Was bedeutet Erziehung für mich und was möchte ich mit meinem Kind und für mein Kind erreichen?
  • In welche Richtung möchte ich mein Kind fördern?
  • Welche Ziele halte ich für wertvoll?
  • Ist das im Interesse meines Kindes?
  • Was braucht mein Kind?
  • Was brauche ich, um meinem Kind das geben zu können?
Hier finden Interessierte weitere Informationen:

Erziehungskonzepte und Erziehungsstile

Erziehungskonzepte sind theoretische Konstrukte beziehungsweise pädagogische Theorien, die auf Werten und Normen, auf Traditionen oder auf bestimmten Weltanschauungen beruhen. Bekannte Konzepte in Deutschland sind: Die christliche Erziehung, die Waldorfpädagogik, die Montessoripädagogik, die Antipädagogik, die antiautoritäre Erziehung und die demokratische Erziehung, alternative Erziehung, die interkulturelle Erziehung und andere mehr. Ausgangspunkt für Eltern ist jedoch ihr eigenes, mehr oder weniger bewusstes Konzept, das auf ihren Erfahrungen, eigenem Erleben und den eigenen Wertvorstellungen und Normen beruht.

Aus den verschiedenen Erziehungskonzepten folgen logischerweise auch unterschiedliche Erziehungsstile (Grundhaltungen in der Erziehung)

Es folgt ein kurzer, zusammenfassender Überblick.
  1. 1. Antiautoritärer Erziehungsstil heute – Erziehungsmethode ohne Zwang, die Selbstentfaltung fördernd, wenige, klare Regeln und Grenzen, kein Zwang, Angebote und Vorschläge, freundliche und wertschätzende Haltung, Kind darf entscheiden und trägt Verantwortung für seine Entscheidungen Zum Nachdenken: www.youtube.com/watch?v=egtcVnDSRFc
  2. 2. Autokratischer Erziehungsstil – strenge Regeln ohne Kompromisse, die vom Erzieher überwacht werden, Einschüchterung und Bestrafung bei Nichtbefolgung, Befehle, Gehorsam als Lernziel, Erzieher trägt die alleinige Verantwortung
  3. 3. Autoritärer Erziehungsstil – gekennzeichnet durch Strenge, viele Regeln, Belohnung und Bestrafung sowie hohe Erwartungen, Bedürfnisse und Wünsche des Kindes werden geringfügig beachtet, häufige Befehle und Anordnungen, Zurechtweisung und Tadel, Verantwortung beim Erzieher, Kind weiß nicht, was als nächstes kommt.
  4. 4. Demokratischer Erziehungsstil – Kind kann einiges selbst bestimmen und erproben, Grenzen, wo sie notwendig sind, ausgewogenes Verhältnis von Autorität und Freiheit, Orientierung, Wertschätzung, Verständnis, Zusammenarbeit, Lösungs- und Wahlmöglichkeiten zur Auswahl.
  5. 5. Egalitärer Erziehungsstil – basiert auf absoluter Gleichberechtigung, gleiche Rechte, gleiche Pflichten, Meinung des Kindes wird grundsätzlich eingeholt und beachtet
  6. 6. Laissez-faire Erziehungsstil – passives Elternverhalten, minimale Vorgaben, Kind bleibt oft sich selbst überlassen, Elternverhalten wirkt gleichgültig und uninteressiert, Gefahr der Vernachlässigung, Erzieher bleibt unbeteiligt, neutral, Hilfe müssen die Kinder selbst einfordern
  7. 7. Negierender Erziehungsstil – keine Regeln, keine Rahmen, Kind ist auf sich allein gestellt
  8. 8. Permisssiver Erziehungsstil – zurückhaltende Erziehung, Kind muss selbst tun, Verantwortung übernehmen, seine Bedürfnisse äußern, aber es gibt auch Grenzen und somit Orientierung, freundlicher Umgang, Erzieher reagiert auf Fragen und Wünsche.
  9. 9. Richtige Kindererziehung – situationsangepasster Erziehungsstil mit Schwerpunkt auf dem demokratischen Verhalten. Freundlichkeit, Wertschätzung, klare Regeln, Grenzen, aber auch Freiraum für eigene Entscheidung, Gleichberechtigung, aber auch Autorität, Unterstützung und Sicherheit, großes Interesse am Kind, gesunder Menschenverstand genauso wie Erziehungsideale, Lob und Anerkennung

YOUTUBE: Erziehungsstile nach Kurt Lewin (www.youtube.com/watch?v=JppBg4G17FY)

YOUTUBE: ErziehungsTV > Erziehungsstile und ihre Auswirkungen (www.youtube.com/watch?v=ZItq07XyJqI)

YOUTUBE: (www.youtube.com/watch?v=Cs8AbpE8WVA)

Die richtige Kindererziehung, Ansätze und Strömungen

Auf der einen Seite werden heute demokratische, freiheitliche, wertschätzende Ansätze in der Erziehung bevorzugt, auf der anderen Seite ist in unserer Zeit aber längst wieder der Ruf nach Autorität, nach eindeutigen Grenzen und strengeren Regeln und zum Teil nach Strafen laut geworden.

Von den oben genannten Haltungen stoßen die autoritative Erziehung, der autoritäre Stil, Laissez-faire und der negierende Erziehungsstil auf wenig Gegenliebe oder auf Ablehnung. Körperliche Bestrafung und seelische Gewalt sind per Gesetz verboten und werden als Kindesmisshandlung bestraft. Das ist gut so.

Darüber hinaus müssen sich Eltern dennoch mit den verschiedenen Ansätzen und Strömungen und dem, was sie wollen, sollen und müssen, um ihre Kinder zu glücklichen, selbstbewussten und lebenstüchtigen Menschen zu erziehen, auseinandersetzen und wählen, welche Methoden sie anwenden. Deshalb folgt jetzt ein Überblick über moderne Ansätze in der Erziehung. Nochmals zum ausführlicheren Nachlesen einiger Ansätze und Konzepte: www.dresden.de/de/03/01/02/002/19_Frage19.php

Schlusswort zum Thema Kindererziehung

Letztlich muss jedes Elternpaar für sich selbst herausfinden, wie es seine Kinder erziehen will. DIE richtige Erziehung gibt es nicht. Was sich heute als sogenannte richtige Erziehung herauskristallisiert, ist Mischung aus verschiedenen Erziehungsansätzen und Erziehungsstilen mit Schwerpunkt auf demokratischen Grundsätzen und Haltungen, die situationsabhängig ist und vom gesunden Menschenverstand geleitet sein sollte.
  • Wertschätzung, Liebe und Zugewandtheit, die Überzeugung, dass Kinder und Erwachsene gleichwertig sind.
  • Bereitschaft, mit den Kindern zu reden und immer wieder auch Kompromisse bezüglich der verschiedenen Interessen zu finden, Schutz und Fürsorge und ausreichende Förderung der kindlichen Anlagen.
  • Verzicht auf alle Erziehungsmaßnahmen und Methoden, die mit körperlicher Gewalt, Angst, Schuld und Scham operieren.
  • Eindeutige Grenzen, wo sie notwendig sind. Mut zur Autorität, wo sie unverzichtbar ist. Logische Konsequenzen und Wiedergutmachung statt Strafen.
  • Anleitung, mit starken Gefühlen umzugehen. Bereitschaft in dieser Hinsicht auch selbst immer wieder zu lernen. Vorbild sein.
Damit schaffen Sie schon einmal eine gute Grundlage für die Entwicklung zu einem glücklichen, verantwortungsbewussten, erfüllten Leben für ihr Kind, unabhängig davon, für welche Ansätze und Methoden sie sich sonst noch entscheiden mögen. Und wenn es einmal nicht klappt, dann gibt es beim Ehepartner, bei Freunden und Verwandten, im Internet und in Büchern oder bei Fachkräften, Ärzten oder Therapeuten Hilfen. Scheuen Sie sich nicht, im Fall des Falles um Hilfe zu bitten.