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Der erste Schulranzen – worauf beim Kauf achten?

www.eltern-zeit.de am 5. Dezember 2012

Wenn es um das Thema „der erste Schulranzen“ geht, ist guter Rat teuer. Damit ist nicht gemeint, dass ein gekauftes Produkt unbedingt einen hohen Preis haben muss, um etwas zu taugen. Vielmehr sollte man sich ausreichend Zeit nehmen, um die wichtigen Fragen zu beantworten. Die allererste ist: Welche Qualität erwarte ich von einem ersten Schulranzen? Die zweite könnte sein: Wie erleichtere ich meinem Kind das Tragen schwerer Lasten am Besten? Man muss nur einmal die kleinen Zwerge auf dem Weg zur Schule beobachten, um zu erleben, wie ein voluminöser und voller Schulranzen auf den Rücken eines Kindes wirkt.

Teuer ist nicht immer gut, und gut ist nicht immer beliebt…

Unter Umständen möchte die Tochter einen ganz bestimmten Erstklässler-Ranzen, weil die beste Freundin den auch bekommt oder weil er eine bestimmte Disney-Figur zeigt. Das allerdings sollte kein Kaufkriterium sein. Die Qualität und der Gesundheitswert eines Schulranzens zählen deutlich mehr. Heutzutage kann man verschiedenste Arten beobachten, wie Kinder ihre Hefte und Bücher zur Schule transportieren. Der klassische Kinderschulranzen wird manchmal durch einen kleinen Trolley oder Rollerwagen abgelöst, auf dem man den Ranzen hinter sich her zieht. Nur wenige Kinder tragen einen echten Rucksack statt eines bunt bedruckten Schulranzens in die erste Klasse. Es gibt aber Schulranzen, die sich Rucksackranzen nennen. Es handelt sich um Softranzen mit einem flexibleren Rahmen. Viele Wettbewerber werben um die potentiellen Käufer, die ratlos vor der großen Auswahl stehen. Neben Scout Schulranzen sind McNeill-, Herlitz-, Tatonka- oder DerDieDas-Schulranzen, aber auch ranzenartige Elephant Schulrucksäcke zu haben. Und auch das stellt nur eine kleine Auswahl des tatsächlichen Angebotsrahmens dar. Es gibt noch Schulranzen-Trolleys und ganze Sets, in denen Federmäppchen und anderes Zubehör enthalten sind. Der Kauf eines Markenproduktes lohnt sich, aber man sollte vorher die Testergebnisse genau durchlesen, denn auch hier gibt es aus Sicht der Prüfinstanzen mangelhafte Produkte oder überflüssige Features zu verzeichnen. Beispielsweise erhielt der Scout Mega früher keine guten Noten, ebenso wenig überzeugte der McNeill Ergo-Light Compact im Test.

Was zeichnet einen guten Schulranzen aus?

Seit der Leichtranzen mit Hart- oder Softschalen den klassischen Lederranzen 1975 abgelöst hat, sind die Kinder keineswegs von der Last des Lernens und Büchertragens befreit. Umso wichtiger sind die Qualität, die Verarbeitung und angemessene Größe des Schulranzens. Markenführer Scout bietet derzeit mehrere Ranzengrößen bzw. Formen, an denen sich auch andere Hersteller orientieren: Den Scout Maxi löste inzwischen der Scout Nano ab, den Scout Easy I ersetzte man durch den Nachfolger Scout Easy II. Als Großraumranzen bietet man den Scout Mega an. Wichtige Eigenschaften eines Hartschalenranzens sollten sein, dass er so gut wie „unkaputtbar“ ist, dabei leicht bleibt, den richtigen Sitz am Rücken hat und ein variabel einstellbares Gurtsystem besitzt.

Außerdem sollte der Kinderrücken belüftet sein und die Rückenpartie ergonomisch geformt. Das Innenleben sollte wohl geordnet und übersichtlich sein. Die Verschlüsse innen und außen müssen von Kinderhand leicht zu öffnen und zu schließen sein.

Damit der Inhalt des Schulranzens bei Regen oder Schnee nicht nass wird, sollte der Ranzen wasserdicht sein. Bessere Sichtbarkeit im winterlichen Verkehr wird durch reflektierende Partien und knallbunte Farben gewährleistet. Preise bis zu 160 Euro verführen manche Eltern dazu, ein Billig-, Discounter- oder Setangebot zu wählen. Klug beraten ist man aber, wenn man angesichts dieser Preise nicht am falschen Ende spart. Kauft man einen zu kleinen Erstlingsranzen, wird umso schneller ein neuer fällig. Der erste Schulranzen sollte mindestens bis zur vierten Klasse ausreichen. Gegen günstige Setangebote ist nichts zu sagen, weil sie meist sinnvoll zusammengestellt sind. Bei Billiganbietern sollte man aber auf jeden Fall nach einem Produkttest oder Kundenbesprechungen suchen. „Made in China“ bedeutet oft, hohen Schadstoffgehalt mitzukaufen. Viel klüger ist es, sich einen Markenranzen auszusuchen, Preisvergleichsportale oder spezialisierte Seiten wie schulranzen.net zu nutzen, um den günstigsten Anbieter im Netz zu finden. Bei manchen Schulranzen kann man mit einem separat zu kaufenden Brustgurt einen besseren Sitz erzielen. Für das Kind ist es aber umständlicher beim An- und Ausziehen.

Stiftung Warentest: Schulranzen im Vergleich (Screenshot www.test.de/Schulranzen-Die-besten-fuer-Ihr-Kind-1765493-0/ am 05.12.2012)

Stiftung Warentest: Schulranzen im Vergleich (Screenshot www.test.de/Schulranzen-Die-besten-fuer-Ihr-Kind-1765493-0/ am 05.12.2012)

Kleine Details, die sich im Alltag bewähren…

In einer seitlichen Netztasche muss das Kind seine Trinkflasche verstauen können, wie es beispielsweise bei Jack Wolfskin- oder Scout-Schulranzen der Fall ist. Neben einer eigenen Kriterienliste ist es hilfreich, auch den Körperbau und die Größe des Kindes in Erwägung zu ziehen. Der Scout Easy II wurde von der „Stiftung Warentest“ 2009 mit der Bestnote als Testsieger ermittelt. Als Erstklässlerranzen ist – ebenso wie der etwas größere Scout Nano – auch wegen seiner geringeren Größe geeignet. Leider ist er aber relativ schwer. Den direkten Vergleich mit anderen Kandidaten im Test kann man unter www.test.de/Schulranzen-Die-besten-fuer-Ihr-Kind-1765493-0/ nachlesen. Jeder Hersteller legt das Gewicht auf andere Produkteigenschaften. Der eine hat mehr Reflektoren, aber schlechtere Trageeigenschaften, der andere hat andere Mängel. Richtig ist aber auch, dass seit 2009 möglicherweise bereits verbesserte Modelle im Handel sind. Auf YouTube kann man unter www.youtube.com/watch?v=433cYA94_Dg Tipps zum Schulranzenkauf bekommen. Letzten Endes muss man aber irgendwann eine Entscheidung treffen. Dazu sind folgende Auswahlkriterien hilfreich:

  • Beachten sollten Sie das Vorhandensein von gut sichtbaren Reflexstreifen.
  • Ergänzend dazu sind leuchtende und fluoreszierende Neon-Farben wünschenswert.
  • Die ergonomisch geschnittenen, ausreichend dick gepolsterten und mehrfach verstellbaren Gurte sollten mindestens vier Zentimeter breit sein. Als ideal haben sich s-förmige Tragegurte erwiesen. Sie scheuern weder am Hals noch unter den Armen.
  • Auch die Länge der Gurte ist wichtig. Sind sie nämlich zu lang, bilden sie beim Herumlaufen nach dem Abnehmen eine Stolperfalle.
  • Ein ergonomisch geformter, gut gepolsterter und einigermaßen weicher Ranzenrücken ist auch bei Hartschalenranzen wichtig. Zu dünne Polsterungen lassen die Bücherecken durchdrücken. Ist die Hartschale nicht gut gepolstert oder nicht ausreichend abgerundet, drückt sie vielleicht.
  • Die Außentaschen – wahlweise Netztaschen mit Gummizug oder mit Klettverschluss verschließbare Außentaschen – müssen mindestens eine Brotdose bzw. eine Trinkflasche aufnehmen können.
  • Der Ranzendeckel sollte sich weit öffnen lassen. Er sollte nicht alleine zuklappen können und einen leichtgängigen, aber zugleich stabilen Verschluss haben, den das Kind gegebenenfalls auch mit einer Hand bedienen kann.
  • Innen sollten auch Din A4 Ringhefter oder ähnliches Platz haben. Bei kleinen Ranzenmodellen ist das nicht unbedingt der Fall.
  • Minimalgewicht ist relativ, aber wichtig.
  • Unverzichtbar ist die absolute Schadstofffreiheit.
  • Sinnvoll sind auch ein bis zwei stabile und abgepolsterte Tragegriffe.

Wenn der Erstklsässlerranzen dann auch noch optisch ein Hingucker ist und den Jungschüler mit Stolz erfüllt, ist fast alles gut.